Wichtiges und Unwichtiges wird täglich aus den verschiedensten Gründen fotografisch festgehalten. Mittlerweile ist die Fotografie ein nicht mehr wegzudenkendes Medium in unserer Gesellschaft geworden, welches in sehr verschiedenen Zusammenhängen eingesetzt wird.
Aber was bedeutet dir persönlich in der heutigen Zeit die Fotografie?
Seit Bestehen der Menschheit waren Menschen bestrebt Erlebtes, Gesehenes, Freunde, Familie, Freud oder Leid, aber auch sich Selbst, darzustellen. Die Motivationen waren dabei ebenso vielfältig wie der Gedanke an sich: Man wollte dokumentieren, teilen, aufbewahren, Erinnerungen schaffen und vieles mehr. So gesehen sind bereits die Steintafeln der Antike die allerersten Vorboten der Fotogafie.
Der Begriff Photographie, was frei übersetzt etwa “Zeichnen mit Licht” bedeutet , wurde erstmals 1839 vom Astronomen Johann Heinrich von Mädler in der Vossischen Zeitung verwendet. Bis ins 20. Jahrhundert bezeichnete Fotografie alle Bilder, welche rein durch Licht auf einer chemisch behandelten Oberfläche entstehen.
Die erste richtige Kamera der Welt war eigentlich das was wir als urtümlichen Diaprojektor bezeichnen würden, die “Laterne Magica”. Ein Holzkasten in dem eine Kerze stand, durch ein Loch trat das Licht heraus an eine helle Fläche und wenn man nun in diesen Lichtstahl Gegenstände hielt, erkannte man die Silhouette an der Wand. Später kehrte man das Prinzip um und es entstand die ”Camera obscura” .
Diese Abbildung eines Tartan-Bands, die James Clerk Maxwell 1861 vorführte, gilt als die erste Farbfotografie (Quelle Wikipedia)
Mit dem allgemeinen Fortschritt, entwickelten sich auch die Techniken des Menschen weiter. Der Wunsch Dinge wie Menschen so konkret wie möglich aufzuzeichnen wurde immer größer und dementsprechend der Erfinderreichtum. Im Jahre 1861 zeigte der schottische Physiker James Clerk Maxwell erstmal in einem Vortrag an der Royal Institution das erste Farbfoto.
Die Zeit der Amateurfotografie setzt um 1870 mit der Entwicklung von leicht beweglichen und oder tragbaren Handkameras und der damit einhergehenden Vereinfachung des fotografischen Verfahrens ein. „Knipser“ beginnen, mit der Kamera ihr Privatleben und ihr Umfeld zu dokumentieren. Reporter hingegen ihr Geschriebenes mit Bildern zu versehen. Diese Aufnahmen haben einen unschätzbaren soziologischen und historiografischen Wert.
Beispiele früher Fotografie (zwischen 1826 und 1932), darunter auch die erste bekannte Fotografie:
Das Bestreben, Fotos elektronisch aufzunehmen und abspeichern zu können, ohne den Umweg über Bild- oder Diascanner machen zu müssen, ist eng mit dem Aufkommen des Fernsehens im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts verbunden. Fernsehbilder zeigten, dass es möglich ist, Bilder elektronisch zu übertragen und direkt von der Fernsehkamera auf den heimischen Apparat zu projizieren.
Die zu Beginn noch belächelte und speziell von Profis immer wieder gerne in Frage gestellte digitale Fotografie setzt heute sehr hohe Qualitätsstandards. Ebenso erreichen gute Bildsensoren mittlerweile eine Auflösung, einen Kontrastumfang, und Bildqualität, das mit Filmmaterial nicht möglich wäre. Heute ist die digitale Fotografie etabliert. Sowohl im Amateur als auch im Profibereich ist sie nicht mehr wegzudenken!
Die Photographie ist eine wunderbare Entdeckung, eine Wissenschaft, welche die größten Geister angezogen, eine Kunst, welche die klügsten Denker angeregt – und doch von jedem Dummkopf betrieben werden kann.
Nadar (1856)
Die Fotografie ist also ein nicht mehr wegzudenkendes Medium geworden, welches in sehr verschiedenen Zusammenhängen eingesetzt wird. Mode, Kunst, Industrie, Werbung, Wissenschaft, Journalismus sind nur einige der vielen Einsatzbereiche. Waren früher Fotografen sehr universell unterwegs spezialisiert man sich heute meist auf eines der oben genannten Fachgebiete. (Quelle: Wikipedia)
Beispiele für die Vielfalt der heutigen Fotografie:
Somit kann die Fotografie sowohl Hobby, Handwerk, aber auch Kunst sein. Einzig die Herangehensweise und das Ergebnis definieren was die Fotografie letztlich wirklich aussagt. Und natürlich die Betrachter…!
Wie gehen wir persönlich mit der Fotografie um?
Wichtiges und Unwichtiges wird täglich festgehalten. Es geht teilweise weit darüber hinaus als Familienfeiern festzuhalten, die Geburt der Kinder oder den ersten Schultag. Wenn wir nur daran denken wieviele Fotografien täglich in Netzwerke wie z.B Facebook und Co gestellt werden wird uns dies bewusst. Dabei spielt die Qualität der Fotos oft gar keine Rolle denn in erster Linie werden sie dazu genutzt um zu kommunizieren, bzw sich mitzuteilen.
Deshalb stellen wir die Frage:
Welche Bedeutung hat für dich persönlich in der heutigen Zeit die Fotografie?







Luna
29. Mai 2012
Großartiger Artikel, lieber Florian!
Ich gehöre zu jenen, denen die Fotografie (in besonderem Maße, seit sie digital ist), sehr wichtig ist, ein Um und Auf.
Ich gehe so gut wie nie ohne Kamera(s) aus dem Haus und “halte fest!, was mir wichtig ist.
Oft habe ich schon nach (meinen) Fotos gemalt und irgendwie vermischt sich “das Sehen” beim Malen und beim Fotografieren,
weil es ja sehr ähnlich ist.
Mit Sicherheit ist nicht jedes Foto ein Meisterfoto,
jedoch kann man auch hinter Fotografien die Seele
des Fotografierenden entdecken,
wenn man dafür offen ist.
Viele liebe Grüße!
Florian Czech
29. Mai 2012
Vielen lieben Dank für Deine lieben Worte Luna!
Auch ich gehe kaum ohne Karmera außer Haus, was aber nicht heißt, dass ich jedes mal ein Fotos mache!
Und ich stimme mit Dir überein, das Bild macht man nicht mit der Kamera, sondern mit seinem Herzen!
Liebe Grüße, Florian
Nadja Schwendemann
29. Mai 2012
Hallo Florian,
dein Artikel gefällt mir sehr gut, ist spannend geschrieben und sehr informativ.
Zum Thema Fotografie ist mir in den letzten Jahren immer wieder etwas interessantes aufgefallen. Erinnerungen aus der Vergangenheit hängen sehr stark mit den Fotos zusammen, die aus dieser Vergangenheit stammen. Denke ich an meine Kindheit zurück, tauchen in erster Linie die alten schwarz/weis Fotos in meiner Erinnerung auf. Ich bin dann sehr auf die existierenden Fotos fixiert. Ereignisse, aus denen keine Fotos existieren, die habe ich als laufende und immer wechselnde Bilder im Kopf. Wenn ich heute fotografiere berücksichtige ich diese Tatsache, und überlege genau, woran ich mich gerne erinnern möchte und auf welche Art. Ich weiß nicht, ob es anderen ebenso geht, oder dir als Fotograf. Es gäbe noch viel mehr zu deinem Thema zu sagen, aber ich mach hier erst mal halt…..würde mich wirklich interessieren, was andere dazu sagen.
Ganz liebe Grüße und danke für diesen spannenden Artikel.
Nadja
Florian Czech
29. Mai 2012
Hallo Nadja!
Vielen lieben Dank für Deinen schönen Kommentar!
Für mich ist die Fotografie ein Kommunikationsmittel geworden, eine Ausdrucksform! Ein Mittel um mich und meine Wahrnehmungen mitzuteilen. Ein sehr feines Instrument, welches unzählige Töne und zwischenlaute beherrscht um darzustellen und andere Menschen an meinen Wahrnehmungen und Gefühlen teilhaben zu lassen!
Ich sende Dir liebe Grüße,
Florian
Verena
29. Mai 2012
Hallo Nadia,
mir gehts ähnlich wie dir! Ich fotografiere auch Ereignisse, die mir wichtig sind z.b wie meine Kinder aufwachsen und größer werden ..:-) ich liebe es in den Alben zu blättern!..auch in meinen alten Kinderfotos, da kommt so viel Erinnerung hoch.
Was ich besonders liebe ist Menschen zu fotografieren!! Das ist faszinierend!…so viele Emotionen können da festgehalten werden und Augenblicke…die bleiben wirklich unvergessen….aber ich fotografiere nicht alles und immer….
Was Florian macht empfinde ich schon mehr als “nur” das festhalten von Situationen, es ist für mich bereits Kunst.
Florian, ich finde du schaust hinter die Kulissen und du schreibst zwischen den Zeilen….dazu muss man sehr offen durch die Welt gehen und bereit sein hinzuschauen…das kann nicht jeder. Damit das ganze dann auch noch wirkt und richtig zur Geltung kommt, braucht es noch die Bildkompostition..auch das kann nicht jeder!
Ich finde das Kommunizieren mittels Fotos generell gut, aber für mich persönlich gibt es auch Grenzen, bes. wenn es um private und persönliche Fotos geht. Nicht jeder muss alles über mich und z.B meine Familie erfahren!
Ich bin dagegen persönliche Bilder in Facebook und Co hochzulade, besonders wenn es um meine Kinder geht. Das mache ich nicht….aus dem einfachen Grund dass die Fotografien der Liebsten in dem Moment von allen benutzt und weiterverwendet werden können. Man gibt die Rechte von den Fotos im Moment des Hochladens ab. Leider sind da viele sehr blauäugig und informieren sich nicht gut genug darüber und so passiert es des öfteren dass sehr private Fotos irgendwo im Netz auftauchen.
…aber so ist es nun mal, wenn der Drang sich mitzuteilen größer ist als die Vorsicht und die Vernunft. Ich denke man muss sich wirklich gut überlegen was man zeigen möchte und was nicht.
Euch allen liebe Grüße!
Florian Czech
30. Mai 2012
Liebe Verena!
Ich sehe das sehr ähnlich wie Du Verena! Privates halte ich so gut wie möglich fern aus diesen Mendien!
Was das Hinschauen und Dahinterschauen betrifft muss ich zugeben, dass mich die meisten meiner Aufnahmen sehr beschäftigen… Emotional wie auch intellektuell und rational…
Oft tut es weh… – bei der Aufnahme, beim Ausarbeiten und Verarbeiten…! Ich setzte mich oft Stunden mit meinen Fotografien auseinander, hinter der Kamera, vorm Computer und oft auch auf der Couch oder im Bett bevor ich einschlafe.
Zwischen Aufnahme und fertigen Bild vergehen nicht selten Wochen, Monate, manchmal auch Jahre bis ich das Bild fertig entwickelt habe. Ich brauch die richtige Muse dazu um mich hinzusetzen und mich einzulassen in die Situation… um die Emotionen wieder abzurufen und einzutauchen in die Zeit, welche ich mit meiner Kamera angehalten habe…
Und vergesst nicht, auch wenn es Momentaufnahmen sind…, es gibt ein Davor und ein danach….
Liebe Verena Dir, und auch allen Anderen,
ganz, ganz liebe Grüße aus dem schönen Wien!
Florian
Heidi Maria
31. Mai 2012
Lieber Florian
Deinen spannenden Artikel habe ich mit Genuss gelesen.
Ja, was bedeutet mir die Fotografie? Als Tochter eines Hobbyfotografen kam ich immer wieder in Kontakt mit künstlerisch anspruchsvollen Bildern, durfte dann manchmal auch in der Dunkelkammer assistieren oder selbst Vergrösserungen machen. Das Talent, gute Fotos zu machen ist dann auf meinen Bruder übergegangen. Für mich selbst sind Belichtungszeiten und Brennweite bömische Dörfer.
Meine ersten Fotos sind mit der uralten einfachen schwarzen Box entstanden, wobei mir sogar eine ausgezeichnete Gegenlichtaufnahme gelungen ist, aber sobald ich mir selber Einstellungen überlegen muss, streikt mein Verstand.
Als mein Junge klein war, enstanden natürlich viele Famlienbilder, so wie auch meine eigene Jugend fotografisch festgehalten wurde. Beim Betrachten der Fotos steigen Erinnerungen auf, z.B. wie ich mit meiner Mutter x-mal aus der Eingangstüre marschieren musste an meinem ersten Schultag, die Fütterung eines Eichhörnchens in Arosa oder der Umzug am Trachtenfest, an dem ich mit meinem 6 Jahre älteren nkel vorausmarschieren musste. Man sieht auf dem Foto wie ich versuchte, seine Hand zu halten, weil ich mich völlig verloren fühlte da vorne.
Seit mein Sohn erwachsen ist, gibt es je länger je weniger Familienfotos, dafür hat das fotografieren meiner Bilder einen immer höheren Stellenwert erhalten. Dank meiner Bilder bin ich dann auch zu anspruchsvolleren Kameras übergegangen, aber immer noch ohne das nötige Knowhow. Ich wünschte, ich hätte den Mut mal auszuprobieren, aber dann müsste ich mir ja alle Einstellungen aufschreiben, um hinterher zu wissen, welches Foto mit welcher Einstellung geschossen wurde. Und das wiederum ist mir zu mühsam.
Im Zeitalter der digitalen Fotografie ist die schwarz-weiss Fotografie leider in den Hintergrund getreten. Ich finde deren Effekte immer noch unerreicht von der Farbfotografie. Ich weiss gar nicht, ob und wie man mit digitalen Kameras schwarz-weiss fotografieren könnte. Natürlich für meine Bilder brauche ich die Fotos farbig.
Aber der Erinnerungswert der Fotos ist nicht zu unterschätzen. Ohne Fotografie hätte ich keine Ahnung wie meine Urgrossmutter aussehen würde. Wenn ich das Foto mit den Erzählungen meiner Mutter vergleiche, klafft das meilenweit auseinander!
Oh je, das ist ja eine ellenlange Abhandlung geworden, und ich könnte noch ewig (be)schreiben, lass es jetzt aber dabei bewenden.
Herzlichen Dank, lieber Florian, für die interessanten Einblicke!
Mit lieben Grüssen aus St. Gallen
Heidi Maria
Florian Czech
1. Juni 2012
Liebe Heidi Maria!
Vielen Dank für Deinen so schönen ausführlichen Kommentar! Ich freu mich sehr darüber!
Bei mir war es ähnlich! Es war mein Opa, der mir die ersten Schritte in der Fotografie beigebracht hat! So wie er habe ich dann auch viele Jahre Schwarz – Weiß entwickelt und ausgearbeitet in der Dunkelkammer! Ein unschätzbarer Vorteil in der heutigen digitalen Zeit, da man in der Dunkelkammer sehr viel über Kontrastumfang und Graustufen lernt! Dies kommt mir heute sehr zu Gute, wenn ich meine Fotografien am Mac entwickle..
Ja, der Erinnerungswert ist nicht zu unterschätzen! Und eigentlich wird ja jede Aufnahme dazu gemacht, um Momente “aufzuheben” oder um sie mit Anderen zu Teilen. Das war zu jeder Zeit so.
Hat man früher die 9×13 herumgereicht.., so machen wir heute das Notebock auf um unsere Bilder zu zeigen oder wir teilen es auf Facebook…
bis auf die Medien selbst ht sich da glaub ich in der Geschichte der Fotografie nicht viel verändert…
Ich sende dir liebe Grüße aus Wien,
Florian
Nadja Schwendemann
31. Mai 2012
Hallo liebe Kollegen….:-)
ich finde es sehr interssant, was man mit Fotografie verbinden kann, wie man sie alltäglich für private Zwecke zur Erinnerung nutzt, oder, wie Florian es so wunderbar beschreibt, als Ausdrucksform und Kommunikationsmittel. Ich denke, je tiefer man in die Materie eintaucht, desto größer werden die Möglichkeiten, diese zu nutzen. Wenn ich mir Florians Bilder ansehe, “erlebe” ich förmlich, was Fotografie sein kann, in dieser Form berührt sie mich zu tiefst, erzählt und bewegt. Das Foto hält nicht nur den Augenblick fest, sondern auch deren Inhalt, und hier kommt mein persönliches Thema “Empathie” zum tragen, mit dem ich mich künstlerisch auseinandersetze. Bei Florian sehe ich diese grandiose Fähigkeit, eine Situation, einen Menschen, empathisch zu erfassen und so in Szene zu setzen, daß ein Betrachter in die Lage versetzt wird, diese nachfühlen zu können. Für mich ist das große Kunst.
Was den heutigen Umgang mit der Fotografie angeht, denke ich, daß die meisten Nutzer von Plattformen wie facebook und co. sich nicht darüber im Klaren sind, welch ein “Bild” sie abgeben, durch das posten privater Fotos. Selbst die Anordnung der Bilder spielt hier eine Rolle. Die Fotos sprechen für sich und andere hören zu, und oft können wir nicht mehr bestimmen, wer zuhört. Wir stellen Fotos in die Öffentlichkeit und sind uns nicht darüber im Klaren, daß wir damit eine Identität entwickeln, die öffentlich wahr genommen und gespeichert wird, nicht nur bei facebook, sondern und vor allem in den Köpfen der Menschen. Diese Bilder können wir nicht mehr löschen. Ich finde es grundsätzlich nicht falsch, private Bilder öffentlich zu machen, aber wir sollten es ganz bewusst tun.
In diesem Sinne
seid herzlich gegrüßt
Nadja
Florian Czech
1. Juni 2012
Liebe Nadja!
Hab vielen herzlichen Dank für Deine so schönen, wertschätzenden Worte für mich! DANKE!!
Was das Thema private Fotos im Internet betrifft bin ich ganz bei Dir und Verena! Wir sollten uns sehr gut überlegen, was wir von uns der Welt mitteilen wollen… öffentlich!
Es gibt ja immerhin ja auch die Möglichkeit direkt mit anderen Menschen in Kontakt zu treten…
Ich sende dir liebe Grüße aus Wien,
Florian