Ob im Theater oder im Film, bei der Architektur oder in der Kunst, beim jährlichen Fasching oder im Alltag, die Maske nahm und nimmt in verschiedenen Bereichen Einfluss. Aber was bedeutet für dich persönlich das Tragen einer Maske?
Steinmaske aus dem präkeramischen Neolithikum 7000 v. Chr., einer der ältesten Masken der Welt (Musée de la bible et Terre Sainte)
Der Ursprung von Masken und Larven lässt sich, wie die Körperbemalung, bis in die Jägerkulturen der Steinzeit zurückverfolgen. Vermutlich dienten sie einerseits zur Tarnung bei der Jagd, andererseits bezweckten die Jäger mit Hilfe der Tiermaske die Wesensart der Tiere auf sich selbst zu übertragen.
Auch bei den sesshaften Naturvölkern entwickelte sich eine Maskenkultur. Sie wurde verwendet um Kontakt zum Reich der Toten herzustellen, aber auch zur Bewältigung alltäglicher Probleme. Man bat um eine gute Ernte, Kinderreichtum und den Schutz vor bösen Geistern. So wird die Maske auch heute noch bei Naturvölkern zu rituellen Tänzen benutzt.
Die Maske, die das Gesicht bedeckt oder als Kopfaufsatz getragen wird, ist nur ein Teil dessen, was in den meisten Kulturen darunter verstanden wird. Kostüme aus Stoffen oder aus Pflanzenfasern sind unabdingbarer Teil der Maske. (Quelle: Wikipedia)
Ob im Theater oder im Film, bei der Architektur oder in der Kunst, die Maske nahm und nimmt auch weiterhin in verschiedenen Bereichen Einfluss. Maler und Bildhauer haben ihre Bedeutung für die Kunst besonders herausgearbeitet und sie symbolisch umgesetzt. So entstanden dämonische Grimassen auf mittelalterlichen Kirchen und Fratzengesichter in der Verzierung des Barock.
Hier einige Beispiele künstlerischer Interpretationen zum Thema Maske:
Die Maske wurde ebenfalls Teil eines Brauchtums, nämlich des jährlichen Faschings. Dieser bietet eine gute Gelegenheit sich als Darsteller auf der Lebensbühne zu verändern.
Das Tragen der Maske ist jedoch kein Phänomen, das nur an Fasching auftaucht; es hat im Alltag eine viel größere Bedeutung.
Eine Maske zu tragen, gehört zum Wesen von Zivilisiertheit. Masken ermöglichen unverfälschte Geselligkeit, losgelöst von den ungleichen Lebensbedingungen und Gefühlslagen derer, die sie tragen…
Richard Sennet
(aus: Verfall und Ende des öffentlichen Lebens, Die Tyrannei der Intimität)
Die Maske bedeutet im Alltag Selbstverleugnung und Selbstdarstellung zugleich. Sie kann gezielt zum Protest eingesetzt werden, kann aber auch eine Schutzfunktion haben, indem die eigene Persönlichkeit verborgen bleibt.
Was bedeutet das Tragen einer Maske für dich persönlich?






Luna
14. Februar 2012
EIn Artikel, der mir sehr gefällt, liebe Verena!
Und Masken zu tragen, im Alltag,
ist ja oft notwendig, man kann nicht überall so sein,
wie man gern möchte,
auch, wenn ich denke, man sollte es soviel wie möglich sein
und sich möglichst nicht verbiegen lassen.
Noch ein Zitat zum Thema Maske an sich:
“Maske: der einzige Teil des Gesichtes,
den sich der Mensch selber aussucht.”
LG
(Gabriel Laub)
Gisela Hammer
14. Februar 2012
“Jeder Mensch trägt eine Maske” sagte Lucebert, der holländische Maler der Gruppe COBRA – er malte nur Typen mit maskenhaften Gesichtern. Oft fratzenhaft und fast bösartig, verschmitzt und launenhaft, oft aber auch mit vieldeutigem Ausdruck, der sich je nach persönlicher Stimmung verändern kann.
Und er trifft es soooo gut mit seinen Bildern und hat ja auch soooo recht!
Wie oft ertappen wir uns, dass wir – mal wieder – nicht wir selbst sein durften, sondern eine Rolle spielen mußten, also im übertragenen Sinn unser wahres Ich hinter einer Maske verbergen mussten……….ich versuche immer intensiver, diese Situation zu vermeiden……….
…………wie oft begegnen wir Menschen mit den sog. “zwei Gesichtern”. Auch das sind Masken – dann aber nicht nur eine, sondern gleich zwei!!!!! Zwei Masken auf einmal sind mir gänzlich suspekt und ich bin in größter Habachtstellung…..
Wie schön wäre ein Leben ohne Maske – aber das bleibt wohl ein Wunschtraum.
………
Verena
14. Februar 2012
Ich danke euch!
Florian Czech
14. Februar 2012
Vielen Dank für den tollen Artikel Verena!
Für mich bedeutet das Tragen von Masken in verschiedene Rollen zu schlüpfen.. Ich persönlich mag den Fasching gar nicht und das Verkleiden noch weniger, da ich beruflich und im wirklichen Leben ohnedies viele Rollen zu übernehmen habe und zu jeder natürlich eine passende “Maske” trage!
Ich glaub so geht es uns Allen mehr oder weniger… Oft sind wir uns dessen gar nicht bewusst!
Auch die Mode ist, in meinen Augen, ein bestimmtes Maskieren… Ein Kaschieren… mit dem wir Manches betonen, Anderes wiederum verstecken wollen…! Wir lenken von der Wirklichkeit ab!
Am meisten genieße ich, wenn ich alle Masken fallen lassen kann und nur noch ich selbst bin…
Alles Liebe,
Florian
Verena
14. Februar 2012
Danke!
Ja da hast du Recht Florian…es ist am schönsten die Masken fallen zu lassen…!
Übrigens, ich mochte Fasching auch nie!
liebe Grüße zurück!
jens
9. März 2012
Ich trag selten eine Maske, aber beim feiern find ich das schon lustig. Weil man sich dann “fallen” lassen kann, ohne das irgendjemand wen erkennt.
Heidi Maria
9. März 2012
Das ist wohl einer der Gründe für das Masken tragen heutzutage. Es scheint immer schwieriger zu werden, sich auch ohne Maske fallen zu lassen.
katja
21. März 2012
Ein wirklich sehr sehr schön geschriebener Beitrag der das Thema so toll trifft das mir nur noch eines dazu einfällt. Wirklich toll geschrieben!
Verena
21. März 2012
Danke Katja!
Anna
11. Juni 2012
Ein großartiger Artikel, mein Komliment.
Masken finde ich persönlich sehr schön als Wanddekoration oder im venezianischen Karneval.
Ich selber bemühe mich mein Leben ohne Maske zu leben und einfach nur ich zu sein.
Liebe Grüße an euch alle
Anna
Übrigens die Maske von Patrizia find ich sehr beindruckend!
Verena
12. Juni 2012
Herzlichen Dank liebe Anna!
Anke
16. Juli 2012
Ich persönlich finde es bedeutend, aus welchem Grund ich eine Maske trage. Hab ich das selbst entschieden, haben andere für mich entschieden? Trage ich die Maske aus Spaß am Ausprobieren? Oder trage ich sie als Selbstschutz?
Das Tragen von Masken im Sinne vom Schlüpfen in eine andere Rolle, sich anderen nicht als der zu präsentieren, der man ist, finde ich insofern spannend, dass man feststellen kann, wie sich die Reaktionen der Menschen verändern. Und in diesem Zusammenhang ist es auch spannend, was man über sich selbst erfährt. Manchmal fördert das Tragen einer Maske vielleicht auch unbekannte, wertvolle Seiten des eigenen Ich zutage…
Danke für den Denkanstoß, Verena
Wolfgang Müller
25. März 2013
Ist jetzt die unsichtbare Maske der gesellschaftlichen Verstellung und Anpassung oder eine selbstgewählte äußerlich kreative Form wie Mode, Fasching oder Kunst gemeint? Die kühle Maskenhaftigkeit um in einer rücksichtslosen Industriegesellschaft zu überleben beherrscht uns doch alle. Ich halte mich auch oft für frei, kreativ , sozial engagiert, bin aber durch Konsumverhalten, Existenzängste, Anpassungsdruck am schlimmsten Ausbeutungs-, Umweltzerstörungprozess und Ressourcenverbrauch involviert. Wer sich wenigstens im Fasching traut die Zwangsmasken der Mann als langweiliger Funktionserfüller in Anzug und die Frau ihre Pflicht als gestylte bunte Schönheit zu verlassen, hat schon etwas Mut bewiesen.