Der französische Maler Ingres, einer der bedeutendsten Maler des 19. Jahrhunderts, inspirierte die Wiener Künstlerin Luna (Gabriela Sack-Neumann) mit seinem Werk “Die Quelle” von 1856.
«Wer von den großen Meistern hätte nicht nachgeahmt? Aus nichts kann man nichts machen, und nur, indem man von den Erfindungen der andern Nutzen zieht, kann man selbst gute Erfindungen machen. Alle Künstler und Schriftsteller sind Kinder Homers.»
Jean-Auguste-Dominique Ingres
Wer war dieser Mann, der so viele schöne Kunstwerke hervorbrachte?
Jean-Auguste-Dominique Ingres wurde am 29. August 1780 in der südfranzösischen Stadt Montauban als ältestes von sieben Geschwistern geboren.
Auch sein Vater war Maler. In der Werkstatt seines Vaters malte Ingres im Alter von zehn Jahren erste Porträts von Familienmitgliedern, kopierte alte Gemälde, von denen Reproduktionen im Haus hingen, und zeichnete nach Gipsabgüssen antiker Skulpturen. Bereits zu dieser Zeit lernte er die Tradition des Profilporträts von Charles-Nicolas Cochin und die Physionotrace, einen Vorläufer der Photographie, kennen und geriet damit schon früh in seinem Leben mit der Problemstellung von Abbild und Wirklichkeit in Berührung. Neben der zeichnerischen und malerischen Ausbildung erhielt Ingres auch Musikunterricht durch seinen Vater und erlernte so das Spielen der Geige.
Trotz des erfolgreichen Ausbildungsbeginns war der entscheidende Schritt für den jungen Künstler der Umzug nach Paris. Er lernte bei Jacques-Louis David und an der École des Beaux-Arts in Paris. Er gewann 1801 mit dem Gemälde “Achill empfängt die Bittgesandschaft des Agamemnon” den angesehenen Prix de Rome, konnte aber in der Folge nicht an diesen Erfolg anknüpfen. 1806 trat er das mit dem Preis verbundene Rom-Stipendium an und blieb auch nach dessen Ende in Italien. Seine Werke aus dieser Zeit stießen oftmals auf harte Kritik.
Erst 1824 kehrte Ingres in Folge seines Erfolges beim Salon de Paris nach Frankreich zurück und wurde zum anerkannten Künstler seiner Zeit.
1825 verlieh ihm der König das Kreuz der Ehrenlegion, 1829 wurde er zum Professor an der Ecole des Beaux-Arts berufen. Nach einem Misserfolg im Salon des Jahres 1834 beschloss Ingres in Zukunft nicht mehr dort auszustellen, und kehrte 1835 als Direktor der Académie de France à Rome nach Rom zurück.
Nach dem Ende seiner dortigen Amtszeit kehrte er 1841 zurück und setzte seine Lehrtätigkeit an der École des Beaux-Arts fort, zehn Jahre später erhielt er dort den Posten eines Direktors.
In den letzten Jahren seines Lebens legte Ingres besonderen Wert auf sein künstlerisches Gesamtwerk und die Festigung seines Ruhmes. Er begann 1851 damit in seiner Heimatstadt mit Schenkungen das ihm gewidmete Musée Ingres zu begründen, dem er auch im Nachlass viele Gemälde und Zeichnungen von sich und mit Verbindung zu ihm hinterließ. Am 14. Januar 1867 verstarb Jean-Auguste-Dominique Ingres in seiner Pariser Wohnung. Er wurde auf dem Friedhof Père Lachaise begraben. (Quelle: Wikipedia)
Dieses Gemälde sah ich in einem Kunstbuch und da ich mich im Jahre 2009 und auch 2010 sehr meiner Serie “Verlorenes Paradies” widmete (als Protest gegen einen Kahlschlag in einer nahen Donau-Au, aber auch zugleich als Protest gegen das, was weltweit gegen die Natur geschieht), habe ich beschlossen, dieses Ingres-Werk zu interpretieren. So entstand im Jänner 2010 das Pastellbild “Die Quelle”.
Hie und da mache ich gerne Vergleiche. Besonders in meiner Mal-Anfangszeit habe ich ein Motiv sehr gern in verschiedenen Techniken gemalt. Und das habe ich auch bei diesem Bild getan….so ist wenig später die zweite Version, diesmal in Öltechnik, entstanden.
Jedes Werk ist verschieden, so sollte es auch sein. Ich wollte und will nicht kopieren, einzig von den alten Meistern lernen. Was der Maler Ingres in seinem Zitat sehr richtig ausgesprochen hatte, kann ich also nur für mich bestätigen, jedoch geht wohl jeder Künstler in seinen Lernprozessen anders vor.
Was das Motiv “Die Quelle” anbelangt, bin ich der Meinung, dass es ein relativ zeitloses Motiv ist.
Und wenn man sich gewisse Ingres-Gemälde ansieht, entdeckt man da sicherlich noch so manches zeitlose und inspirierende Werk mehr.









Heidi Maria
2. Dezember 2011
Danke für diesen informativen Artikel Luna. Du hast mir damit einen mir bis dahin unbekannten Msaler näher gebracht. Mir gefällt auch wie Du dasselbe Sujet mehrmals verschieden interpretierst. Das ist eine sehr effiziente Art des lernens, gerade im Umgang mit dem menschlichen Körper, der so manche Tücken hat.
Luna
2. Dezember 2011
In einem Kunstbuch über Maler des 19.Jhdts. habe ich “Die Quelle” entdeckt und sie zweimal (in verschiedenen Techniken) interpretiert. Das Motiv war mir für meine Serie “Verlorenenes Paradies” sehr willkommen.
Danke Heidi Maria, ja, es ist eine Art des Lernens, wie ich es sehr gerne vollziehe. Es kommen immer wieder Herausforderungen…diese war eine Große im Vorjahr, so waren es die ersten Füße, die ich nicht nur angedeutet gemalt habe.
LG Luna
Heidi Maria
2. Dezember 2011
Ja, ja die Füsse…. und erst die Hände! Andrew hat bei so manchen Händen gesagt, das seien keine Hände, das seien Gummihandschuhe!
Luna
2. Dezember 2011
Hände fallen mir noch leichter, in der Zwischenzeit….die beiden Bilder habe ich im Vorjahr gemalt.
Aber seither keine Füße mehr….
Für mich als Legasthenikerin ein Problem..ich sehe Linien nach zB rechts und male sie links….
Das ist nicht gerade leicht, bei keiner Linie, aber umso kleiner sie ist, umso schwieriger wird es.
Heidi Maria
3. Dezember 2011
Ja Du bist gut mit den Händen. Viele Künstler – auch namhafte – sind dem Hände malen aus dem Weg gegangen und haben sie in den Falten der Gewänder versteckt.
Versuch mal hie und da mit der schwächeren Hand zu malen und schau, wie Deine Hirnhälften dann reagieren.