Rolf Puschnig 1962 in Dorsten geboren. Er nennt sich selbst Gelegenheitskünstler. Er fotografiert, er schreibt und hat mehr als zehn Jahre im Sommertheater Dorsten gespielt und Regie geführt. Gegenwärtig lebt er seine Kreativität in der Objektkunst aus.
In meiner Kunst strebe ich nicht die Perfektion einer künstlerischen Technik an, mir reicht das kleine “Ein mal Eins” des Heimwerkes und ein wenig konstruktives Geschick, denn meine Kunst lebt von der „Idee“.
Mein Talent für surreale Arrangements entdeckte ich vor mehr als zehn Jahren bei der Gestaltung eines Fotokalenders. Anfänglich entstand hier und da mal ein Objekt, aber seit etwa drei Jahren betreibe ich meine Kunst obsessiv und damit wächst der Wunsch die Werke einem breiteren Publikum zu präsentieren. Das Internet ist eine Bühne aber seit ein paar Monaten nutze und suche ich Gelegenheiten auszustellen.
In meiner Kunst befreie ich Gegenstände des täglichen Gebrauchs von ihren Funktionen, sodass ihre Symbolik offenkundig wird. Die Tiefe in den Dingen. Scheren, Schlösser, Wasserhähne, Uhren, Schneckenhäuser und vieles mehr, setze ich zusammen oder verschlüssle sie, wie Zeichen einer archaischen Schrift. So entstehen Chiffren, die wir erahnen, aber nicht zweifelsfrei verstehen können. In diesem Spannungsfeld zwischen Bedeutung und Deutung, möchte ich neben dem Bewussten auch das Unterbewusste anregen. In diesem Sinne verstehe ich mich als Surrealisten. Zum Schluss, oder manchmal auch ganz am Anfang, dichte ich dem Werk noch einen Titel an.
Meine Werke könnten den Kunstkategorien: Objekte, Assemblagen, Objekt trouvé, Akkumulationen, zugeordnet werden. Doch treffender finde ich die Bezeichnung, des „Surrament“ abgeleitet vom Begriff des surrealen Arrangements. Ein Surrament wirkt über die tendenzielle Assoziation. Es lässt Freiräume in der Interpretation, gibt aber eine Richtung vor.
Kunst darf schön sein, aber auch die Verstörung ist ein probates Mittel des Künstlers. Der Mensch schneidet sich die Wirklichkeit so zurecht, dass sie in sein Format passt. Kunst sollte im Idealfall, das individuelle Format des Betrachters um die Dauer eines Staunens, Lächelns, einer Verwunderung oder Verstörungen erweitern.
Es ist nicht wichtig, was mir der Künstler sagen will, sondern was mir sein Werk sagt. Sagt es mir nichts, helfen mir auch keine Seiten langen Erklärungen des Künstlers oder seiner Fürsprecher. Es kann aber nicht schaden, wenn ein Künstler was zu sagen hat und was ich zu sagen habe, habe ich gesagt.










Dagmar
19. Dezember 2011
Hallo Rolf,
sehr spannend zu lesen. Hoffe, da gibt es noch mehr , was du uns erählen und zeigen möchtest.
Von deinen abgebildeten Werken sprechen mich der “Wasserhahnbaum” und das Arrangement mit den Seiten deines Mathematikbuches besonders an.
Danke!
Kohlarte
20. Dezember 2011
Hallo Dagmar
Ich muss gestehen, ich habe meistens nur für ein Feuer genug Kohlen.
Entweder ich schreibe oder ich baue Objekte und zur Zeit habe ich mehr Bilder als Worte im Kopf….
Aber, am Ende des Jahres lade ich meine alte Sucherkamera immer mit Schwarz/Weiß Filmen und greife zum Notizbuch. Wenn es euch interessiert werde ich mal ein Beitrag über meine analoge S/W Fotografie und meine „Postkarten-Prosa“ verfassen, in Wort und Bild.
Dagmar
20. Dezember 2011
Hallo Rolf,
ja, geht mir auch so. Ich kann mit “meinem Hintern auch nicht auf mehreren Hochzeiten tanzen”.
Mich würde es auf alle Fälle interessieren und ich bin überzeugt, alle anderen auch !
Liebe Grüße aus Wien
Heidi Maria
19. Dezember 2011
Hallo Rolf
Dein interessanter Artikel bringt mir Deine Kunst anschaulich näher. Es ist ein Prozess, des sich einlassens, der da entsteht, des in immer tieferen Schichten Deutungsansätze findens, oder einfach herzlich lachens.
Konnte ich am Anfang nicht wirklich etwas anfangen mit Deinen Surramenten, merke ich jetzt, dass das wegen der Beklemmung war, die einige ausgelöst haben. Sie haben aber zum Teil auch etwas Verspieltes, worüber sich das Kind in mir freut.
Mich schauderts wegen der Lady, welche in ihrer Leidenschaft der Spinne ins Netz gegangen ist, oder jener welche von der Schlange erwischt wurde. Der Wasserhahnbaum bringt mich zum Lachen. Der Sonnenuntergang hingegen ruft Beklemmung hervor.
Wie Du siehst, ist bei mir bereits etwas in Gang gekommen und ich danke Dir dafür!
LG Heidi Maria
Kohlarte
19. Dezember 2011
Hallo Maria,
Beklemmung und Verstörung sind schon Geschwister. Das hast du immer zwei Möglichkeiten, entweder schnell weg sehen oder ein zweiten Blick wagen und auf Spuren suche gehen.
Danke das du den zweiten Blick gewählt hat.
LG
Rolf
Heidi Maria
19. Dezember 2011
Bitteschön – da kann ich ja nur gewinnen! Danke für die Konfrontation!
Luna
19. Dezember 2011
Hallo Rolf, toller Artikel
und interessante Werke dazu!
LG von Luna