Obszön oder Kunst?

Jegliche Aktdarstellung war schon immer umstritten. Sie hat verschiedene Diskussionen losgetreten und tut es auch heute noch. Frauenfeindlich? Obszön? Kunst? Erotik? Wir sind gespannt auf eure Meinung!

Liebespaar-Patrizia Gunsch

Aktkunst, häufig auch nur als Akt bezeichnet, ist die Abbildung des unbekleideten menschlichen Körpers in der Kunst, insbesondere in der Zeichnung (Aktzeichnen), Malerei, Grafik, Skulptur und Fotografie. Der Begriff Akt leitet sich von dem lateinischen agere = „handeln“ und „actus“ = „Handlung“ ab. Er bezeichnet also im ursprünglichen Sinne die Darstellung einer Bewegung.  Um die Körperlichkeit des Menschen dabei hervorzuheben, wurden die Modelle nackt gemalt. In der Geschichte der Kunst hat der Akt immer schon eine besondere Rolle gespielt. In der Frühgeschichte wurde der Akt fast ausschließlich als Kultgegenstand geschaffen. Erst die Griechen erhoben den Akt zum selbstständigen Kunstgegenstand, sie stellten die Körper in ihrer Vollkommenheit dar. Die Römer hingegen zeigten erstmals  Unvollkommenheiten eines Models. Im Mittelalter wurden Aktdarstellungen lediglich für religiöse Motive zugelassen und auch nur dann, wenn die Darstellungen die Nacktheit erforderte. Ein hervorragendes Beispiel ist „die Erschaffung des Adams“ von Michelangelo Buonarotti in der Sixtinischen Kapelle. Während dieser Zeit und danach wurden ursprüngliche Arbeiten nicht selten retuschiert, um eine allzu detaillierte Sicht des nackten Körpers zu verdecken. Dieses Vorgehen konnte bei den letzten Restaurierungen an den erwähnten Fresken gut nachvollzogen werden. Leonardo da Vinci und Albrecht Dürer erhoben Aktteilstudien (z.B. Hände) zu eigenständigen Kunstwerken.

„Aktaufnahmen sind ohne Zweifel ein sehr heikles Gebiet, denn nirgends ist die Gefahr, dass aus dem guten Wollen ein entsetzlicher Missgriff wird, so groß wie beim Aktfoto. Vor einem falschen Hintergrund, in unechter Stellung und Gebärde kann ein unbekleideter Mensch allzu leicht nur «ausgezogen» wirken …“ Werner Wurst

Umgangssprachlich ist es durchaus gebräuchlich, von „Nacktaufnahmen“ zu sprechen, Fotografen unterscheiden die beide Begriffe aber und legen Wert auf den künstlerischen Anspruch von Aktfotos. Der Akt verliert bis heute und in Zukunft nie an Brisanz und Aktualität und übt auf die Künstler eine große Anziehungskraft aus. Immer wieder gelingt es Kunstschaffenden den menschlichen Körper in einer neuen Sichtweise darzustellen. Bis heute loten Kunstschaffende die Grenze des Erlaubten aus und schaffen Kunstwerke, die anfänglich auf Ablehnung stoßen. (Quelle: Wikipedia)

Zvezda Pavonic-Dimitrijevic

 

 

Diskutiert mit: Wie steht ihr persönlich zu dem Thema Aktdarstellung? Ab wo beginnt für euch die Grenze der Obszönität in der Aktmalerei?

 

 

 

 

Autor / in
Chefredakteurin Art11, Kunstschaffende aus Bozen/Südtirol-Italien
44 KommentareDein Kommentar
  1. Also, ich liebe es den Menschen zu malen, darzustellen, zu versuchen seine Gefühle einzufangen….wenn mir da Grenzen gesetzt werden wie sollte ich mich da entfalten?

    • Wo beginnt für mich die Grenze?
      …naja ich glaub in dem Moment wo es um pornografische Darstellungen geht, die haben in der Tat den Anspruch sensibel behandelt zu werden… vor allem wenn sie anhand von verschiedenen Medien verbreitet werden die auch von Minderjährigen genutzt werden.

      Aber da stellt sich dann die Frage: Wer entscheidet wann es sich um pornografische Darstellungen handelt?

  2. Meiner meinung nach hat jeder nackte körper, egal ob weiblich oder männlich, seinen eigenen reiz. Egal ob in natura ,gemalt, gezeichnet, fotografiert oder in stein gehauen. Jeder körper ist ein unikat und ganz sicher nichts unanständiges oder übszönes. Egal welche position er oder sie einnimmt. Man sollte nur seine gedanken nicht immer in richtung sex und pornographie lenken.

  3. Wenn Gott uns angezogen hätte haben wollen, hätte er uns mit Fell erschaffen. Aber Spass beiseite. Der Wirbel der oft und vor allem in Amerika um die Nacktheit gemacht wird ist geradezu grotesk.

    Jeder Körper ist schön, speziell, einzigartig. Eine Landkarte des gelebten Lebens. Das allernatürlichste, das es gibt. Und wie Rudi sagt hat jeder seinen eigenen Reiz.

    Ich war in Paris als au-pair bei einer Familie mit 7 Kinder, die älteste war 7, das andere alles Jungen. Sie durften sich nicht nackt ansehen und haben immer ein Riesentheater gemacht und versucht Blicke auf die nackten Unterkörper der Geschwister zu ergattern, wenn sie aufgereiht im Korridor auf ihren Nafchttöpfen sassen. Ein einziges Mal musste ich alle hüten und am Abend alle baden. Ich habe je zwei zusammen in die Wanne gesteckt aus praktischen Gründen und weiol mir dieses Theater zuwider war. Sie haben sich überhaupt nicht mehr angeschaut, sondern einfach geplanscht und gespielt!

    • Da hast du Recht Heidi, je natürlicher mit der Nacktheit umgegangen wird, desto besser, aber ich weiss auch noch von meiner Erziehung dass das früher nicht so war…
      Ich glaube die Gesellschaft verändert sich auch zusehend, vielleicht hat das auch mit dem Fernsehen, Werbung usw zu tun, denn auch dort wird Nacktheit immer mehr genutzt.

  4. Es wird wohl kaum einen Menschen geben, dem ein wohlgeformter nackter Körper, vorwiegend des jeweils anderen Geschlechts, nicht gefällt. Nur die einen können oder wollen dazu stehen und den anderen wurde anerzogen, dass dies nicht sein darf. Und dazwischen gibt es dann jede mögliche Grauzone. Entsprechend werden dann wohl auch sämtliche Künstler (Maler, Fotographen, Bildhauer etc.) von den jeweiligen Gruppen eingewertet …

    … aber lange Rede, ganz kurzer Sinn: Es wird nie einen Konsens aller darüber geben können und vielleicht ist das ganz gut so, um dadurch auch darüber reden zu können, meiner bescheidenen Meinung nach …

  5. Ich schliesse mich absolut der Meinung von Rudi an. Was Kinder anbetrifft: Man kann Kinder auch zur Kunst erziehen. Man sollte nur aufpassen das erotische Kunst nicht in billige Pornografie uebergeht.

  6. …erst wenn es handelt sich um Erniedrigung und Gewalt.Menschenköprer sind ja etwas natürliches. Erotik auch. Hat ja nichts mit Porno zu tun. Keiner wird ja ausgenützt in Aktmalerei. lg, Suzi

  7. Ich denke auch das Nackheit in der Kunst nicht schlimm ist und wunderbar wieder gegeben kann. Auch hier gilt: weniger ist oft mehr ( doppeldeutig )! Nur wenn’s wirklich in billige Pornographie übergeht, hat es mit Kunst nix mehr zu tun. Dafür gibt`s andere Portale!

  8. Ich bin vollkommen einverstanden, nur wer sagt wo die Grenze verläuft. Genau da liegt der Haken, denn die Grenze zwischen Pornografischer Darstellung und Kunst/Akt verläuft für jeden anders.
    Das liegt dann viel an der Erziehung die jemand genossen hat, Einstellung, Religion..usw..und genau da entstehen auch oft Reibungen…

  9. Für mich ist Aktmalerei wie Landschaftsmalerei,nur am Menschlichen Körper,ein heruntergekommenes Haus oder ein geschundeter Körper ist genauso interessant.Ob jeder das Bild mag ist die des Betrachters eigen.Kunst sollte unverblümt sein und zeitgerecht.

  10. vielleicht entsteht die reibung weniger schon bei der bloßen darstellung eines einzelnen natürlich nackten menschen, ganz gleich welchen geschlechts sondern vielmehr dann, wenn paare abgebildet werden und ein ebenso natürlicher wie erotischer vorgang dargestellt wird. wenn menschen sich in der ihnen natürlichen weise annähern, wie in unserem beispiel sehr schön dargestellt im gemälde von patrizia gunsch, können leicht die grenzen verwischen zwischen kunstvoller darstellung und abgleiten in pornographie. ich glaube,hier liegt die reizschwelle bei jedem einzelnen an einer anderen stelle. als kunst anerkannt und von sogenannten experten nicht als pornographie abgetan wurden schon immer durchaus sehr, sehr plakative darstellungen und beschreibungen des sexualaktes, in der bildnerischen kunst wie auch in der literatur. viele große und berühmte schriftsteller haben sich im laufe ihres literarischen weges auch mit der erotik, der sexualität in uns auseinandergesetzt. es ist nicht verwunderlich, dass so gut wie jeder bildnerisch oder literarisch kreativ tätige mensch sich irgendwann einmal dieser thematik zuwendet, die doch, ob wir wollen oder nicht, bei dem einen lauter, beim anderen leiser, unser ganzes leben (mit)bestimmt.

  11. Was ist heute zu Tage Obszön? Jeder sieht und versteht Kunst in seiner Art. Wenn der Künstler sein Bild als Kunst gedacht hat, dann ist es KUNST. Wenn jemand das als “obszön” interpretiert dann ist das eine eigene Meinung und interpretation.
    Natürlich viele Künstler möchten auch provozieren bzw. schockieren – aber das ist seiner Freiheit und eigene Entscheidung. Kunst bleibt Kunst und so sollte es auch sein – die Freiheit das zu tun was einer will und fühlt.

  12. „Am schönsten sind die Frauen so, wie Gott sie erschaffen hat – die Schneider können sie nur verderben. “

    Paul Gauguin

    Ich denke, das kann man für beiderlei Geschlecht nehmen.
    Und hier ist schon viel geschrieben worden, was ich nur bejahen kann.
    Künstlerische Freiheit.
    Grenzen…..wo? Wohl bei jedem einzelnen woanders.
    Aber auch Geschmack.
    Und da ist es dann egal, ob es sich um ein Landschafts-, abstraktes – oder Aktbild handelt.
    Prinzipiell gibt es KEIN Werk, das JEDEM gefällt.
    Was Amerika anbetrifft….wenn die es so haben wollen, okay.
    Aber in unseren Landen sollten Networks doch angepaßt werden an die Gepflogenheiten und Ansichten der Mehrheit.

    LG Luna

  13. Als bekannt wurde, dass ich ins Aktzeichnen ging, bekam ich Kommentare wie “da geht man ja nur hin, um nackte Menschen zu sehen”. Ich war völlig perplex über die vorstellungen, die da herumgeistern. Wenn ich einen nackten Menschen zeichne, sehe ich vor allem Licht und Schatten, Hügel und Täler, interessante oder langweilige Posen, die Geschichte, welche durch eine Pose erzählt wird.
    Am schwierigsten sind Menschen zu zeichnen, welche nicht in Übereinstimmung mit sich selbst sind und sich trotz Nacktheit verstecken.
    Wenn ein Mensch sich so zeigt wie er ist, ohne Verstellung, ohne Angst, in seiner ganzen Natürlichkeit, dann ist er/sie wunderschön ganz egal ob beleibt oder mager, ob kerzengerade oder gebeugt.
    Mich dünkt, dass gerade die Benutzung von Nacktheit in der Werbung mit unnatürlichen, zugeschminkten Models, denen oft noch die Beine künstlich verlängert werden, die Verklemmtheit unserer Gesellschaft mehr förder, denn aufhebt.

  14. Ich finde (dies ist aber bitte nur MEINE persönliche Meinung) das Nackte Körper durchaus estetisch gemalt und geschildert werden können wenn Sie so angedacht sind vom Künstler. Die schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. Allerdings Szenen mit sexuellen Andeutungen finde ich (dies ist aber bitte nur MEINE persönliche Meinung)weder erotisch noch das es sein muss. Ein sexueller Akt gehört zu den beiden Leuten die sich diesen Akt teilen “dürfen”.

    • Herzlichen Dank für deine Meinung! Genau in dem was du beschreibst liegt der Knackpunkt wo es immer wieder zu Reibungen kommt. Für so manchen ist es ok dass Szenen mit sexuellen Andeutungen dargestellt werden, und für manchen eben nicht….ich finde es wichtig dass du das hier sagst! Dankeschön!

  15. bitte, alle altmeister restlos von den museumswänden verschwinden lassen… bitte, zensuriert rubens und co. der mensch scheint eine gattung zu sein, die im innen und aussen im stande ist zwei gänzlich verschiedene richtungen zu gehen. während er raketen baut und atome spaltet, deffiniert er sitte und moral als das, was sie am beginne ihrer eigenen deffinition waren, nämlich noch sehr jung und unreif… es ist einfach nur rückständig und lächerlich, wenn der mensch noch immer nicht im stande ist kunst und pornographie von einander zu halten, zu erkennen und benennen. bei gucci, mucci und prada kann er das interessanter weise. pornographie hat im menschlichen sinne mit der befütterung nierderer instinkte zu tun, während kunst von oben herab sich durch intuition äussert… instinkt und intuition bilden eine analogie, sind dennoch gänzlich von einander unterschieden. zwischen instinkt und intuaitione stecken erde und himmel… und dieser raum ist imens gross… wann wird der mensch lernen zu differenzieren und er-kennen…
    freundlichst! nina c. gabriel

    • Hallo Nina, genau darin liegt die Herrausforderung!

  16. Die schönste Sache der Welt hat von jeher Künstler inspiriert, sie auch darzustellen. Ich sehe darin nichts verwerfliches. Ich versuche zu verstehen, weshalb unsere vordergründig so offene Gesellschaft dennoch so verklemmt ist. Meiner Ansicht nach ist die Werbung daran nicht unschuldig, welche den nackten und verfremdeten menschlichen Körper dazu benutzt ein Produkt zu verkaufen. Man könnte da dann assoziieren, dass auch der nackt menschliche Körper ein käufliches Produkt ist.

    Die in der Werbung gezeigten Körper werden so dargestellt und verfremdet, wie der Durchschnittsmensch niemals aussieht. Das weckt Sehnsüchte und Scham über den eigenen Körpre, der nicht vollkommen ist.

    • Vielleicht hast du Recht Heidi, auch ich denke dass die Werbung etwas suggeriert, was offensichtlich nicht so ist.

  17. Bin zwar schon ein älterer Jahrgang, aber wie ich denke nicht prüde. Deshalb finde ich an Aktdarstellungen – ob Gemälde oder Fotos – nichts Anstößiges. Auch nicht bei Paaren! Es muss ja nicht jedes kleinste Detail gezeigt werden, sodass es in Pornografie endet. (Wer will, kann ja seine Phantasie weiterschweifen lassen.) Also, natürlich mit Nacktheit umgehen und jeder soll tun können, was ihm beliebt.

  18. Danke Nina für Deinen Kommentar. Das hast Du sehr schön und stimmig formuliert. In der Entwicklung vom Instinkt zur Intuition liegt die ganze menschliche Entwicklung, die noch lange nicht abgeschlossen ist.

  19. Ich stimme in den meisten Punkten mit Euch überein.
    Auch ich habe Grenzen….aber es sind meine eigenen Grenzen.
    So kommt es mir nicht in den Sinn, ein Paar zu malen wie Brigitte es beschrieben hat, bis ins kleinste Detail alles zeigend.
    Erstens beraubt es so die Fantasie des Betrachters und zweitens ist
    da meine eigene Schamgrenze erreicht.
    Aber eine liebevolle Umarmung, auch von zwei Nackten, finde ich wunderbar.
    Habe ich bislang noch nicht gemalt, würde ich aber einmal gerne versuchen.
    Erotik ist nun mal, daß ein kleines Geheimnis verbleibt.
    Und wenn es nur in Licht und Schatten ist.
    Und Heidi hat gewiß auch recht.
    Man sah schon Berichte, wie das gehandhabt wird, wie der jeweilige Mensch “zurecht gerückt” wird, selbst die Augenfarbe ist dann nicht mehr seine.
    Viele Menschen orientieren sich aber daran, weil es öffentlich ist.
    Junge Menschen wohl ganz besonders.
    Und Heidi, ich gebe zu, durch Deine Bilder habe ich gelernt und gesehen, daß jeder Körper etwas Schönes hat, ganz gleich, wie er geformt worden ist….dafür möchte ich Dir danke sagen.

  20. Hallo
    Ich möchte noch einen Gedanken dazu stellen. Der Begriff pornografie ist lediglich ein Stigma was den Genuss, von Natürlichkeit erschweren und Negativen soll. Der Genuss von sich selber und anderen Menschen ist dir Grundlage eines freien Umganges miteinander.Ich finde es schade das so Wenig Männer gemalt werden. Und besonders bedenklich finde ich, das der Liebeschlüssel immer außen vor bleibt. Ein schöner Mann mit einer Erektion ist etwas sehr sinnliches. Wir verkoppel das mit Handlung und eben nicht mit Genuss.
    Aus genau dem Grund sind leiden gerade Männer darunter, Genuss mit handlung zu verwechesel und sie fühlen sich immer unter Druck gesetzt.
    Gerade die auseinandersetzung Mit dem was wir sind, Nackter Körper, zum fühlen und leben, über die Fotografie, Zeichnungen, Skulpturen könnte die möglichkeit schaffen, das wir uns in unserer schönheit sehen und zeigen.
    Was der Betrachter damit in seinem Kopf tut, ist und bleibe jedem überlassen, sichtbar wird es nur über das Denken und Reden über sich und seine Einsicht im Leben.
    Grüße aus Schweden

  21. Danke Verena Leben ist doch zum genießen da. Ich selber bearbeite Bilder besonders meine eigenen und mit der Zeit, hat sich mein Gefühl zu mir noch weiter verändert. Feststellen kann ich deitlich, wer sich nicht Fotografieren lassen will und unbekleidetes nicht aushält, dem erschließ sich auch die Quelle des gemeinsamen Erfahren und liebens in seiner Tiefe nicht.
    Wenn Mensch wollte sich zu erfahren und zu lieben seiner Selbst und das was ihn umgibt, so würde er schnell mitbekommen das das Glück in ihm zu leben beginnt. Solche Menschen sind nicht käuflich, weil sie spüren, Glück und Genuß entsteht dort wo sie fühlen und genießen. Um dem entgegen zu wirken wird nacktheit, Sinnlichkeit, der Genuss von liebe und nähe verpohnt und unzüchtig, Pornografisch bezeichnet. So bleibt Akt und Erotik immer noch gefährlich für Kinder. Hingegen Gewalt ist gesellschaftsfähig und so ist es zwar Tragisch wenn sich Eltern unter Kinderaugen anschreihen und sich verprügeln oder Besaufen, aber leider nicht zu vermeiden. Die Welt über seine Sinne wahr zu nehmen ist so wunderbar und Menschen sind so wunderbare geschöpfe das ich mich einfach an ihnen erfreuen möchte. Grüße aus Schweden

    • Das hast Du schön gesagt Kasriel. Mir scheint, dass diese Verherrlichung von Gewalt und Verfemung von allem, was mit Nacktheit, Sinnlichkeit und (Lebens)lust zu tun hat aus Amerika kommt und Europa nichts besseres zu tun hat, als das zu imitieren. Das langsame öffnen aller Sinne ist ein Entwicklungsprozess. und wir sind ja keine Urmenschen mehr, welche alle Sinne auf das Überleben richten mussten.

  22. Und OB(das)SZÖNE Kunst ist :-) .

  23. Habe eben einen zum Thema passenden Artikel entdeckt….
    http://www.gmx.net/themen/lifestyle/leben/98887ci-penis-statue-sorgt-fuer-aufruhr

  24. Als ich mich während des Studiums mit dem Akt befasste, entschloss ich mich selbst modellzustehen. Ich wollte wissen wie man sich fühlt. Mit Uni- und Privat-kursen wahrte ich so ca. drei Jahre meine künstlerische Unabhängigkeit und konnte eine menge Erfahrungen sammeln. Bekleideten Menschen nackt gegenüberzustehen hat immer etwas unbehagliches. Man kommt sich irgendwie unterlegen vor. Bei gemischten Gruppen fühlte ich mich am entspanntesten. Nur Männer war komisch und nur Frauen anstrengend. Man(n) kommt Frauen sehr schnell zu nahe, muss permanent auf distanz achten und sobald man den Platz verlässt den Bademantel überwerfen.
    Pornografie halte ich nicht unbedingt für ein moralisches Problem. Daran verdienen, Jemandem Schmerzen zufügen, Gewalt oder finanzielle Not auszunutzen aber sehrwohl! Sexualität bedarf der Freiheit. Sie ist der rote Faden, der sich durch unser aller Leben zieht, der uns täglich antreibt, am Leben hält und Zukunftspläne schmieden lässt. Sie ist die Kraft, die uns anzieht, zusammenführt und zusammenhält. Sie ist Kommunikation auf allen Ebenen und der Antagonist zum unvermeidlichen Tod!

    • Schön hast Du ds gechrieben Klaus. Ich stimme dem voll zu!

  25. Vielen Dank für deine für mich sehr wahren Worte Klaus!

  26. Kann mich dem geschriebenen Worten von Klaus nur anschließen und muß auch sagen Aktbilder sind was schönes, denn so sind wir eben und auch ethätische Pornografie gerade in der Malerei recht intressant

  27. für mich ist der körper ein wunderschöner teil der natur und ich möchte es nicht missen ihn wie auch eine wunderschöne blume, eine tiegerkatze eine rothaarige katze, blick ins meer usw, anzuschauen und malen zu dürfen.
    mit meinen aktbildern “körperlandschaften” möchte ich diese schönheiten darstellen. siehe meinen link im anhang.
    leider giebt es zu viele verrückte in der welt welche diese schönheit durch ihre aktivitäten zerstören.
    sturges ich für mich ein wunderschönes beispiel, die liebe mit welcher er die schönheit darstellt ist für viele menschen nicht einsichtbar und verständlich!

    • Wie recht Du hast, Peter. Für mich sind sowohl unsere Körper wie auch die Sexualität gottgegeben und als solche heilig und weihevoll. Ihre Darstellung ist eine Möglichkeit der Weihung und Ehrung.

      Ich möchte nicht die Gedanken hören, welche von Menschen gedacht werden, die diese Darstellung ablehnen. Die sind vermutlich weniger weihevoll!

  28. Unsere Körper bereiten uns im Normalfall ja sehr viel Spaß. Unser Lustgefühl und Wohlgefallen, Begehren und Genuss hängen damit zusammen. Deswegen sollten Körper, ihr Berühren, unsere Gewohnheiten in erotischer Sicht und Besonderheiten immer wieder neu beleuchtet werden. Jede gelungene Neuinterpretation ein Hochgenuss!

    • Hallo Stefan, wie Recht du hast!
      Leider ist unsere Gesellschaft auch sehr prüde, und möchten das Thema Nacktheit nicht unbedingt in der Öffentlichkeit thematisieren. Schade, denn es ist das normalste auf der Welt!
      Du hast auch Recht mit deiner Aussage, dass der weibliche Akt dominiert,…. ich muss zugeben dass ich mich auch noch nicht an den männlichen Akt herangewagt habe, aber es wird noch die Zeit kommen!
      Vielleicht sind es die weiblichen Rundungen und die Weichheit die mich anziehen…sie verleiten mich immer wieder aufs neue sie zu interpretieren.
      Herzliche Grüße

  29. Ich schlage hier auch vor, mehr Mut zum männlichen Körper zu haben, auch der ist interessant, wird aber oft abgetan. Der weibliche Akt dominiert.

    • Ich habe mich rund 15 Jahre mit dem Aktzeichnen nach Modell befasst. Tatsache ist, dass Männer mehr Hemmungen haben sich als Aktmodell zur Verfügung zu stellen als Frauen.

      Der männliche Körper hat viel mehr Licht- und Schatteneffekte durch eine Vielzahl von sichtbaren Muskeln und ist daher interessanter darzustellen.

      Das Zeichnen und Malen nach Modell hat für mich mehr Unmittelbarkeit und Lebendigkeit und vor allem in der Gruppensituation energiegeladener. Ich hatte zwar schon Anfragen von wildfremden Männern, welche sich zeichnen lassen wollten, was für mich in der Einzelsituation je nach dem mit Gefahren verbunden sein könnte.

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