Interview mit Anja Huehn

Candy Luiskandl erfragt in diesem Interview mit Anja Hühn unter anderem ,wie ihre Leidenschaft für die Malerei entstand und wodurch sie geprägt wurde….
 
Wie und wodurch wurde Deine Leidenschaft Kunst zu schaffen geweckt?

Anja Huehn

Anja Huehn

Meine Begeisterung für Farben, Kunst und Malerei hat ihre Wurzeln sicherlich in meiner Kindheit. Schon in jüngsten Jahren wurde meine Phantasie durch meine Oma sehr stark angeregt. Sie erzählte Märchen und Geschichten so lebendig, mit Händen, Füßen, starker Gestik und Mimik, dass ich jedesmal tief in die Geschichten tauchte und in dieser Märchenwelt träumte und lebte. Desweiteren prägte sie meine Leidenschaft für Kunst durch zahlreiche Museumsbesuche , aber besonders durch das gemeinsame Betrachten von bunten Kunstbänden, wie Picasso, Van Gogh, Toulouse-Lautrec, Hundertwasser, Miro, Matisse… um ein paar von ihnen zu nennen. Stets hatte sie Ideen sich mit mir und meiner Schwester kreativ “auszutoben”und versorgte uns stets mit gutem Material. Sie selbst war Grundschullehrerin und malte nie. Zudem hatte ich auch noch das Glück in den ersten Jahren meiner Schulzeit sehr guten Kunstunterricht an der Schule zu haben.
 

In Deiner Kunst beschäftigst Du Dich oft mit der Figur des Teufels, Deine Gemälde wirken oft im wahrsten Sinne des Wortes fabelhaft. Kannst Du Dich an konkrete Geschichten Deiner Großmutter erinnern, die Dein Schaffen heute prägen?
Der Kontrabass, Acryl, 60x80

Der Kontrabass, Acryl, 60×80

Besonders lebhaft erzählte meine Oma Grimms Märchen. Die Dramatik , wenn sie mit Händen und Füßen z.B. vom bösen Wolf erzählte , ließ den Wolf , mit seinen großen Ohren, seinem riesigen Maul, mit den blitzenden Zähnen für mich Realität werden. Auch andere Märchen und Fabelwesen erweckte sie so in meiner Phantasie zum Leben. Während sie erzählte hatte sie meist eine Handpuppe in einer Hand, welche die Geschichte noch unterstützte.  Am liebsten hatte ich auch hier Figuren, wie den Teufel, den Wolf, den Räuber oder die Hexe.

Allerdings hat die Figur des Teufels nicht unbedingt die Wurzeln bei meiner Oma. Die Liebe zur Figur des Teufels entstand auf einer Reise nach Paris im Alter von 9 Jahren. Ich erzählte die Geschichte im Artikel “der Teufel von Paris “

Wahrlich ist es nicht das Böse, das mich an den Teufelsfiguren reizt – nein, es ist der freche Ausdruck, die markante Gesichtsform, die Hörner, der Schwanz und auch der Pferdefuß. Alles Elemente, die ich auch bei der Gestaltung anderer Phantasiegeschöpfe gerne einbaue. Gerne male ich Teufel in menschlichen Situationen – essend, spielend, kämpfend….
 
In welchen Materialien auf welchen Medien entstehen deine phantasievollen Gemälde?

Bis vor 2 Jahren entstanden die meisten meiner Bilder mit Aquarellfarben auf Büttenpapier. Da ich aber sehr viel Farbe für meine farbintensiven Bilder brauchte, begann ich mit Acrylfarben zu malen. Ich male hier auf Leinwände aber auch Malpappen und Papier sind häufig Untergrund meiner Malerei. Außerdem gestalte ich auch gerne etwas grafisch wirkende Arbeiten mit Finelinern, Faserstiften und deckender Plakattempera.
 

Seit wann gehst Du mit Deiner Kunst auch an die Öffentlichkeit? Welche Wege nutzt Du hier?

Pans Welt | Fineliner, Tempera, 30x40cm, 2010

Ganz genau kann ich es nicht sagen, aber ich denke es ist fünf Jahre her, da entstand meine HP. Ich wurde außerdem Mitglied in einigen Kunstforen. 2009 gab es meine erste Ausstellungsbeteiligung beim Kultur-Kreis Forum. Die erste Ausstellungserfahrung war sehr aufregend und ich lernte hier eine Menge. Kurz darauf folgte meine erste große Einzelausstellung in einer Kanzlei. Diese Ausstellung war wunderbar und auch erfolgreich. Nun verlor ich die  Scheu öffentlich auszustellen und es folgten mehrere Einzel- und Gemeinschafts-  ausstellungen. Auch das Internet wurde für die Präsentation meiner Bilder, Werbung für Ausstellungen etc. immer wichtiger. Durch das Internet erhoffe ich mir, meinen Bekanntheitsradius erweitern zu können. Zur Zeit mag ich es sehr mich mit mehreren Künstlern zusammen zu tun um gemeinsam auszustellen.
Allerdings wird das nächste Highlight wieder eine Einzelausstellung sein, die es voraussichtlich im Herbst geben wird.
 
Wie siehst Du Deine künstlerische Zukunft? Gibt es ein bestimmtes Ziel, das Du konsequent verfolgst und erreichen möchtest?

Ich hoffe ich werde noch viel Zeit für die Malerei finden und mich stets weiterentwickeln. Was die Zukunft bringt soll sich zeigen. Ein Ziel wäre es, ein eigenes Atelier zu haben, und die Freiheit zu haben wann immer ich Lust habe dort malen zu können. Ein weiterer Wunsch von mir wäre es einmal ein eigenes Bilderbuch für Kinder zu machen…..aber warten wir ab was noch kommt.

Autor / in
Autorin und Lektorin Art11, Kunstschaffende aus Wien/Österreich
5 KommentareDein Kommentar
  1. Danke Candy für das Interview!

  2. Spannender Artikel Anja. Mir gefällt wie Du von Deiner phantasiebegabten Oma erzählst. Wieviele Omas erzählen ihren Enkelkindern heutzutage noch Märchen?

    So wie Märchen oft teilweise abgründige innere Zustände erzählen, setzt Du das auch in Deinen Bildern um, die uns eine Geschichte erzählen wollen!

  3. Danke Heidi! Ja das stimmt … meine Bilder erzählen Geschichten. Aber nicht jeder Betrachter hat die Fähigkeit diese Geschichten in sich entstehen zu lassen. Meist sind es Kinder die diese Fähigkeit besitzen. Daher finde ich es auch sehr wichtig Kindern Märchen zu erzählen und ihre Phantasie und Kreativität zu fördern – sie nicht nur berieseln zu lassen….

    • Ja, da hast Du recht, Anja. Mein Bruder und ich sind ohne Fernsehen aufgewachsen. Ich kann mich nicht erinnern, Geschichten erzählt bekommen zu haben. Aber sobald ich lesen konnte habe ich alles verschlungen, Märchen, Wichtel- und Elfengeschichten usw. Ich galt immer als Kind mit blühender Phantasie und ich glaube, dass ich mir etwas davon erhalten konnte!

  4. genau so war es bei uns daheim, wir erzählten uns gegenseitig Geschichten.
    mein Bruder hatte da immer eine rege Fantasie :-)

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