Die Wiener Künstlerin Candy Luiskandl versucht zu verbalisieren, was sie fühlt, was in ihr vorgeht, was geschieht, wenn die Bilder zu ihr kommen…
Auf dem Weg in mein Ich breitet sich die Leere, die Unberührtheit und die Jungfräulichkeit der weißen Leinwand vor mir aus.
Mein Ich ruft mich zu sich, es ruft mich, will mit mir sprechen, will sich mitteilen, sich artikulieren, sich ausdrücken. Mein Ich will raus, raus aus mir – aus mir, die ihr Ich sucht, ständig und unaufhörlich sucht.
Die Leere der Leinwand möchte sich füllen, möchte sich füllen mit der Botschaft meines tief in mir verborgenen Ichs. Die Botschaft, sie kommt spontan, drängt plötzlich und unerwartet aus mir heraus. Mein mir so verborgenes Ich, das tief in mir ruhig vor sich hinschlummert, drängt so plötzlich und energisch nach außen, dass mir kaum Zeit bleibt die Leere der Leinwand zu erfassen – und doch nehme ich sie in mir auf.
Ich greife zu einer Farbe, nehme den Schwamm, den Pinsel und beginne mit der Ausbreitung meines Ichs auf der Leinwand, die nach Berührung schreit, nach dem Verlieren ihrer Jungfräulichkeit lechzt.
Und da kommen sie, die immer wiederkehrenden Gedanken, die immer wieder aus meinem Ich hervorquellenden Elemente, die einfach auf die Leinwand wollen, auf die Leinwand müssen. Nicht ich steuere den Vorgang, sondern mein Ich steuert meine Malerei. Mein Ich bricht auf hinaus um seine Botschaft zu zeigen und ich breche auf in mein Ich um die Botschaft zu erfahren, die Botschaft zu verstehen…
Und so suche ich mein Ich und mein Ich sucht mich und wir finden einander… irgendwann…







Candy
17. Juni 2011
Dankeschön für die Veröffentlichung
Anja
17. Juni 2011
Ein wirklich toll geschriebener Artikel von Dir über Dich und Dein Ich. Danke dafür!
Heidi Maria
17. Juni 2011
Sejr berührneder Artikel, Candy, und sehr nachvollziehbar. Vermutlich ein Zustand und ein Geschehen, das vielen Künstlern bekannt ist. Und die dazugehörigen Bilder gehören einfach zu meinen Lieblingen!
Dagmar
18. Juni 2011
schön wie du das beschrieben hast. Etwas, das, sowie Heidi schreibt, wohl vielen von uns so geht, nur hätte ich es nie so ausdrücken können…..
Ingmar
19. Juni 2011
Das ist mal ein gut zu lesender Post, mein Dank. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Generell finde ich die Seite leicht zu verstehen und bequem zu lesen.
Candy
20. Juni 2011
vielen dank ihr alle für eure lieben kommentare
ingmar auch dir danke, schön, wenn dir unsere seite und die inhalte, welche die kunstgruppe mitteilt, gefallen.
so macht das spaß, wenn feedback kommt
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