Candy Luiskandl, Künstlerin aus Wien, stellt hier sehr lebendig ihr aktuelles Bild mit dem Titel “Japan’s Bleeding or A Day in March 2011″ vor. Sie hinterlässt einen bleibenden Eindruck mit der Beschreibung ihrer Gefühle und Gedanken.
Dieses Gemälde ist aus mir herausgebrochen, sehr spontan, sehr schnell und in einer Eigendynamik, die entstanden ist, durch die Berichterstattung über dieses furchtbare Ereignis des 12. März 2011.
Japan wurde am Tag zuvor vom schwersten Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen und einem nachfolgenden zerstörerischen Tsunami erschüttert.
An diesem Samstag verfolgte ich geschockt die Bilder des Vortages und die aktuelle Berichterstattung. Als sich dann auch die schlimmen Nachrichten über schwere Schäden und Sorgen um das Atomkraftwerk Fukushima dazumischten und in zahlreichen Sondersendungen
den ganzen Tag lang thematisiert wurden, wühlte mich das ungemein auf – so wie wohl viele Menschen, die die aktuelle Situation verfolgten.
Da ich eine sehr emotionale Malerin bin und meine Gemälde stets zu mir kommen, nicht ich zu ihnen, drängte es schließlich am Abend dieses Samstages aus mir heraus.
Fast wie ferngesteuert holte ich Leinwand und Farbe hervor. Stark geprägt von all den schrecklichen Neuigkeiten des Tages, drängte in einem impulsiven und sehr energischen Akt, all das Leid, dass ich den ganzen Tag über ich in mich aufgesogen hatte, aus mir heraus auf die Leinwand.
Candy Luiskandl
Es wurde nicht überlegt und kein Motiv durchdacht. Das Bild wuchs einfach rasch und ohne Planung aus mir heraus und musste so und nicht anders entstehen.
Aus meiner künstlerischen Perspektive ist das für mich eine bemerkenswerte Arbeit – zum einen, weil ich bisher in meiner Kunst nie zu aktuellem Weltgeschehen Stellung bezogen habe, zum anderen, weil ich schon seit längerem mein Augenmerk wieder etwas mehr auf die gegenstandslose künstlerischen Ausdrucksweise lenken möchte. Bislang hatte ich aber noch nicht den richtigen Weg dazu gefunden.
Dieses Gemälde stellt für mich daher einen wichtigen Schritt in meinem Schaffensprozess dar.






Rudi
26. März 2011
Das foto lässt sich mit dem original überhaupt nicht vergleichen. Ich hab es gesehn und war begeistert.
Gratuliere Candy
Anja
26. März 2011
Hallo Candy,
danke für den Artikel. Ich finde ihn sehr gut!
Überhaupt finde ich es interessant zu hören, wie ein Bild entsteht und was die gedanken dabei sind….
Wenn Du das Bild als Artikelbild sichtbar haben willst, musst Du wenn du das Bild hochgeladen hast , in dem Fenster welches sich dann öffnet zuerst unten anklicken: Bild als Artikelbild einsetzen und dann erst in Artikel einfügen…..
LG Anja
Heidi Maria
26. März 2011
Eindrückliches Bild Candy! Danke für die Ausführungen. Ich bin da mit Anja, dem Künstler gleichsam über die Schulter schauen, spüren was er/sie erlebt. Einige Künstler haben das Thema in gelb-grau Tönen umgesetzt. Für mich macht das rot den unsichtbaren Tod erst so richtig sichtbar. Zeigt das (gift)gelb das unsichtbare giftige auf, so zeigt das rot die tiefen Wunden, die geschlagen wurden!
Ich freue mich, das Bild bald in natura zu sehen. Manches kann die Kamera ja nur bruchteilhaft einfangen.
Gratulation auch von mir!
Luna
26. April 2011
Liebe Candy:
Ein Ereignis, das wohl jeden Menschen sehr bewegte,
hat Dich bewogen, dieses beeindruckende Bild zu malen und die Gedanken dazu teilen wohl die meisten, die diese lesen.
LG